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Franz Hitzler    MENSCHEN
bis 26.06.2021

Die Ausstellung MENSCHEN konzentriert sich auf das umfangreichen bildhauerischen Schaffen des ansonsten für sein malerisches Oeuvre bekannten Künstlers Franz Hitzler.

Seine ersten Skulpturen schuf Franz Hitzler bereits während seines Studiums an der Münchner Akademie in den späten 1960er Jahren. In der Malerei beschäftigte ihn in der Folgezeit die Frage, wie die Zweidimensionalität der Leinwand zu überwinden sei. Die Problematik ging er anfangs durch einen Schnitt in die Leinwand an, um den dahinterliegenden Raum zu erschließen. Den Vorraum der Leinwand gestaltete er mit reliefartigen Überformungen durch zunehmend pastoser aufgebrachte Farbschichten, die durch Füllmaterial wie Mullbinden oder ähnliches mehr und mehr unterfüttert wurden. Später erweiterte Hitzler den Begriff der Leinwandarbeit als klassisch-rechteckiges Bildformat auf polygonale Bildkörper durch Zusammenführen und Überlagern mehrerer Bildträger innerhalb eines Werkes. In Hitzlers „Toren“, diesen aus mehreren Leinwänden zusammengefügten und frei im Raum stehenden Durchgangsbildern, ist der fließende Übergang zur bildlichen Skulptur erreicht.

 

Skulpturen im engeren Sinne lassen sich bei Hitzler in zwei Gruppen einteilen: Materialassemblagen und Keramik. Bei seinen Materialassemblagen bedient sich Hitzler unterschiedlicher, einfacher Gebrauchsgegenstände, welche er im Atelier oder seiner näheren Umgebung findet: Holzstücke, Rahmenleisten, Rundhölzer, die er zu skelettartig-rudimentären Figuren zusammenfügt, mit Drahtgeflechten und Gips stabilisiert, mit organischem Material wie Stroh oder Wolle weiter ergänzt und zuletzt durch malerische Akzentuierung im Ausdruck präzisiert. Das Formenrepertoire lässt dabei immer wieder Parallelen zu seinen Bildern erkennen: menschenähnliche Figuren, Engel oder Dämonen in totemhaft übersteigerten Posen.

 

In den 80er Jahren entdeckte Hitzler die Keramik als klassisches skulpturales Medium für sich. Der Reiz der Keramik ging von der engen und intensiven physischen Auseinandersetzung mit dem Material Ton aus. Die kraftvolle Vorarbeit des Werfens und Schlagens, um Luftblasen aus dem feuchten Ton zu drücken, das manuelle Gestalten durch Aufbringen, Ausformen, Kneten, Durchdringen, sowie die spontanen und unbewussten Materialbewegungen wie Tropf-, Biege- und Schrumpfvorgänge etc., all das fasziniert Hitzler bis heute. Seit 2002 besucht er regelmäßig zweimal pro Jahr die Keramikwerkstatt „San Giorgio“ im Ligurischen Albisola. Dieses international bekannte Zentrum der Keramikkunst mit zahlreichen renommierten Werkstätten, entwickelte sich seit dem 17. Jahrhundert zu einem Magneten für Künstlerinnen und Künstler, die sich mit den skulpturalen Besonderheiten von Keramik auseinandersetzen wollten. Hier bewegt sich Hitzler in einem traditionsreichen Umfeld, in dem Arbeiten von Lucio Fontana, Wifredo Lam, Asger Jorn und vielen anderen entstanden sind.

 

Als Ausgangspunkt für seine Plastiken wählt Hitzler meist klassische Formen der Gebrauchskeramik: Sphären, Teller und vor allem Vasen. Die Reinheit ihrer eleganten sanften Silhouette wird dann verformt, perforiert, eingedellt, ausgemuldet und so ästhetisch verfremdet – ein Prozess, der wie eine Analogie zu seinem Vorgehen bei der Überwindung des traditionellen Leinwandformats hin zur Bildskulptur erscheint. Darüber hinaus entstehen aus Tonblöcken frei modellierte Figuren, welche grotesk-gespenstische, animalische und immer wieder auch humane Züge annehmen. Wiederholt sind die Figuren zweiseitig geschaffen ohne definierbares Vorne und Hinten, mit zwei gleichwertigen Fronten Sie zeigen unterschiedliche Gesichtszüge und stellen so eine Skulptur mit zwei verschiedenen Charakterzügen dar. Nach der modulierenden Gestaltungsphase erhält jede Figur einen Farbauftrag, der ihr die für Hitzler typische Ausdruckstärke und Präsenz einverleibt. Gerade diesem letzten Arbeitsschritt des Farbauftrages wohnt eine besondere technische Herausforderung inne. Durch den sich anschließenden Brennvorgang ändert die aufgebrachte Farbe ihren Farbwert und ihre Intensität. Es obliegt also der Erfahrung des Künstlers, die Farbauswahl vorausschauend so zu treffen, dass sich die gewollte Farbkomposition nach dem Brennen ergibt.

 

Vergleicht man Hitzlers Keramiken mit seinen Leinwandarbeiten, so steht die Keramik in Puncto Frische und Ausstrahlung sowie Klarheit der Farben – auch in Bezug auf die Ähnlichkeit des Farbspektrums - in keiner Weise der Malerei hintan. Im Gegenteil, Hitzler hat sich über die Jahre so intensiv mit den malerischen Prozessen an der Keramik auseinandergesetzt, dass er problemlos die gleichen malerischen Ergebnisse auf der Keramik wie auf der Leinwand generieren kann und beide Medien gleichwertig miteinander im Dialog stehen. Auch hinsichtlich der Formensprache gibt es Überschneidungen zwischen Keramiken und Malerei. Das Repertoire umfasst dabei Körperformen von Embryonen bis zu Gnomen, maskenartigen Gesichtszügen sowie Andeutungen von Vaginen und Penissen, um- und überlagert von gestisch abstrakten Linien und Formen. Mit dieser Mischung aus figürlich expressiven und rein informellen Elementen folgt Hitzler einem ähnlichen Ansatz wie Asger Jorn. Beide Künstler erzielen Spannung und atmosphärische Aufladung in ihren Kunstwerken durch diesen formalen Gegensatz. Inhaltlich bewegen sie jedoch unterschiedliche Thematiken. Während Jorn sich an nordischen Sagen und Mythen orientierte, folgt Hitzlers Werk einem zentralen Mythos - der menschlichen Existenz von Geburt bis Tod.

 

Franz Hitzler, geboren 1946 in Thalmassing bei Regensburg, 1962 bis 1964 studierte er an der Werkkunstschule in Augsburg, von 1967 bis 1973 an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1997 erfolgte die Aufnahme in die Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Franz Hitzler lebt und arbeitet seit den 1970er Jahren in München, sowie bei Marktoberdorf im Allgäu.

Arbeiten Hitzlers sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen und Museen vertreten, u.a. der Pinakothek der Moderne wie dem Lenbachhaus München, der Kunsthalle Schweinfurt und vielen anderen. 

 

Zur Ausstellung erscheint eine Katalog. 

 
Artists

represented by the gallery

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Franz Hitzler

Christian Jaramillo

Anna Klüssendorf

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Franz Stefan Kohl

Gerhard Langenfeld

Otto Ritschl

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Schulze Marina PXXXVIII, 2011, Öl auf Le
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Rolf Rose

Marina Schulze

Katharina Stangler

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Dieter Villinger

Felix Weinold

Raoul de Zarate

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Josef Albers

Archipenko

James Brown

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Carl Buchheister

Antoni Clave

Francesco Clemente

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Max Cole

Enzo Cucchi

Sabine Dehnel

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Rolf-Gunter Dienst

Marlene Dumas

Slawomir Elsner

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Mark Francis

Günther Förg

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Torben Giehler

Raimund Girke

Katharina Grosse

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Stefan Hirsig

Alexej Jawlensky

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Daniel Lergon

Markus Lüpertz

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Aristide Maillol

André Masson

Roberto Matta

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Ian McKeever

Helmut Middendorf

Mimmo Paladino

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Antoine Pevsner

Pablo Picasso

Ad Reinhardt

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Daniel Richter

Ed Ruscha

Antonio Saura

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Bernhard Schulze

Pierre Soulages

Philip Taaffe

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Alessandro Twombly

Juan Usle

Andy Warhol

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Tom Wesselmann

Fritz Winter

Jerry Zeniuk

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Ingrid Floss

Jakob Gilg

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News

Marina Schulze 

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03. February - 02. May 2021

 

Syker Vorwerk | Zentrum für zeitgenössische Kunst
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